Es folgen 20 Führungssituationen zur ehrlichen und spontanen Bewertung.
Du leitest ein Team in deinem Bereich und sollst eine Entscheidungsvorlage für die Anschaffung neuer Geräte erstellen. Du bittest eine neue Mitarbeiterin, innerhalb der nächsten vier Wochen einen Bericht zu Optionen, Kosten und Nutzen der verschiedenen Geräte zu verfassen. Sie hat erste Erfahrung mit dem Thema, kennt aber die konkreten Anforderungen und technischen Details noch nicht. Für die Recherche muss sie sich in Richtlinien und Angebote einarbeiten und Informationen aus anderen Bereichen einholen. Ihr aktueller Kalender ist bereits mit laufenden Aufgaben und Terminen stark gefüllt. Sie sagt, dass sie die zusätzliche Aufgabe als Belastung erlebt, ist aber grundsätzlich bereit, sie zu übernehmen.
Deine Taskforce arbeitet seit einigen Wochen intensiv an einem bereichsweiten Bericht, der in Kürze abgeschlossen werden soll. Vor wenigen Tagen ist ein neues Mitglied in die Gruppe gekommen, das bisher nicht an den Vorarbeiten beteiligt war. Er soll Ende der nächsten Woche die Kostenzahlen für einen wichtigen Abschnitt im Plenum präsentieren. Er kennt die formalen Berichtsvorgaben, die Rechenlogik und das übliche Format der Gruppe noch nicht. Die anderen Mitglieder sind stark mit eigenen Teilaufgaben ausgelastet. Er ist motiviert und freut sich darauf, seine Rolle im Team besser zu verstehen und sichtbar beizutragen.
Seit einigen Wochen beobachtest du bei einem Mitarbeitenden einen deutlichen Leistungsabfall. Er wirkt im Alltag zurückhaltend und zeigt bei einer aktuell priorisierten Aufgabe wenig Eigeninitiative. Aufgaben werden nur dann abgeschlossen, wenn du mehrfach nachfasst oder konkrete Erinnerungen sendest. Die Aufgabe ist fachlich anspruchsvoll und für den Erfolg des Bereichs in diesem Quartal wichtig. Du hast den Eindruck, dass ihm an einigen Stellen methodische oder fachliche Kenntnisse fehlen. Gleichzeitig kennst du seine bisher grundsätzlich zuverlässige Arbeitsweise aus anderen Kontexten.
Durch eine kürzlich abgeschlossene Umstrukturierung wurden deinem Team neue Aufgaben und Personen zugeordnet. Seitdem sind Bearbeitungsqualität und termingerechte Lieferung spürbar zurückgegangen, mehrere Fristen wurden verfehlt und deine Führungskraft hat ihre Sorge deutlich gemacht. Die Teammitglieder berichten, dass Prozesse, Zuständigkeiten und Schnittstellen noch unklar sind. Sie äußern den Wunsch, die Leistung wieder zu stabilisieren und gemeinsam bessere Ergebnisse zu erreichen. Gleichzeitig fehlen einzelnen Personen Fachwissen und Routine für die neuen Aufgaben. Es gibt bislang keinen abgestimmten Plan, wie das Team diese Lücken schließen will.
Aufgrund von Budgetkürzungen soll dein Bereich in den nächsten Monaten mehrere Aktivitäten bündeln und Doppelstrukturen abbauen. Du hast eine sehr erfahrene Kollegin gebeten, die fachliche Leitung dieser Konsolidierung zu übernehmen. Sie kennt alle Teilbereiche gut und hat in der Vergangenheit häufig zusätzliche Aufgaben übernommen und andere unterstützt. Fachlich traust du ihr zu, die Abstimmungen und Analysen zu steuern. Im Gespräch wirkt sie allerdings zurückhaltend und zeigt wenig sichtbare Begeisterung für das Projekt. Sie hat die Aufgabe formal angenommen, kommentiert sie aber eher nüchtern und ohne viele Nachfragen.
Ein Mitarbeitender reicht seit kurzem seine wöchentlichen Fortschrittsberichte verspätet und mit Lücken ein. Dies ist innerhalb eines Monats bereits das zweite Mal, dass du unvollständige oder zu spät abgegebene Unterlagen von ihm erhältst. Im Jahr davor hat er seine Berichte zuverlässig, vollständig und termingerecht geliefert. Die Berichte dienen als Grundlage für Abstimmungen mit anderen Bereichen und werden von deiner Führungskraft regelmäßig eingesehen. Bisher hast du das Thema noch nicht direkt mit ihm besprochen. Nun triffst du dich zu einem ersten Gespräch, um die Situation zu klären.
Du überträgst einem sehr erfahrenen Senior-Mitarbeiter ein neues Projekt, das für die strategische Ausrichtung deines Teams in den nächsten Monaten wichtig ist. In der Vergangenheit hat er sehr gute Ergebnisse geliefert und komplexe Aufgaben zuverlässig übernommen. Er freut sich sichtbar über die neue Verantwortung und signalisiert hohe Motivation. Gleichzeitig sagt er offen, dass ihm zu Umfang, Stakeholdern und bisherigen Vorarbeiten nur wenige Informationen vorliegen und er deshalb nicht weiß, womit er konkret starten soll. Zwischen euch besteht eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung mit direkter Kommunikation. Die Zeitplanung des Projekts ist ambitioniert, aber nicht akut kritisch.
Ein sehr kompetentes Teammitglied bearbeitet eine Aufgabe, die du ihm vor einigen Tagen übertragen hast. Er verfügt über alle fachlichen Fähigkeiten, um die Aufgabe sachgerecht zu erledigen, und hat ähnliche Themen bereits erfolgreich bearbeitet. Nun äußert er dir gegenüber, dass er sich mit dieser speziellen Aufgabe unsicher fühlt. Die Abgabefrist rückt näher, sodass nur noch wenig Spielraum für größere Schleifen bleibt. Bisher hat er selbstständig gearbeitet und nur selten aktiv Unterstützung eingefordert. Du möchtest entscheiden, wie eng du ihn in dieser Phase führst.
Dein Team hat dich in einer regulären Teambesprechung gebeten, den bestehenden Arbeitszeitplan anzupassen. Die Mitglieder schlagen konkrete Änderungen bei Beginn- und Endzeiten sowie bei der Verteilung von Früh- und Spätschichten vor. Aus deiner Sicht sind die Vorschläge grundsätzlich nachvollziehbar und mit den Anforderungen des Bereichs vereinbar. Das Team ist sich der betrieblichen Rahmenbedingungen bewusst und thematisiert auch mögliche Auswirkungen auf andere Schnittstellen. Die Mitarbeitenden gelten als fachlich souverän und organisieren ihre Aufgaben im Alltag weitgehend selbstständig. In der Vergangenheit hat die Gruppe kooperativ zusammengearbeitet und Konflikte konstruktiv gelöst.
Im Zuge einer organisatorischen Veränderung wurden deinem Bereich vor drei Monaten sechs neue Mitarbeitende zugeordnet. Seit ihrer Versetzung beobachtest du, dass Bearbeitungsqualität, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit in ihren Aufgabenbereichen nachlassen. In Gesprächen wird deutlich, dass ihnen für die neuen Tätigkeiten noch Fachwissen, Systemkenntnisse und Prozessverständnis fehlen. Gleichzeitig äußern einige Unzufriedenheit mit der Veränderung und stellen Sinn oder Fairness der Entscheidung in Frage. Die Stimmung in der Gruppe wirkt verhalten, und die Mitarbeitenden reagieren teilweise defensiv auf Rückmeldungen. Es gibt noch keinen gemeinsamen Plan, wie ihr Wissen, Fähigkeiten und Haltung entwickeln wollt.
Ein Mitarbeitender aus deinem Bereich hat in den vergangenen 22 Monaten konstant gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt. Er zeigt sich motiviert und neugierig auf die fachlichen Herausforderungen des kommenden Jahres. Rahmenbedingungen wie Budget, Zielgrößen und Aufgabenprofil werden sich voraussichtlich nur geringfügig verändern. Ihr trefft euch zu einem geplanten Jahresgespräch, um Ziele, Prioritäten und konkrete Schritte für das nächste Jahr zu vereinbaren. Bisher hat er Vereinbarungen zuverlässig umgesetzt und Termine eingehalten. Du überlegst, wie stark du Inhalte und Vorgehen im Gespräch selbst steuern möchtest.
Deine Einheit hat in den letzten zwei Jahren sehr gute Ergebnisse geliefert und Zielvorgaben häufig übertroffen. In den vergangenen Monaten gab es jedoch drei gravierende Rückschläge, die vor allem durch externe Faktoren ausgelöst wurden. Seitdem haben Leistungskennzahlen deutlich nachgelassen, und die Stimmung im Team ist spürbar gedrückt. Einige Mitarbeitende äußern Zweifel, ob sich ihr Einsatz noch lohnt, andere wirken erschöpft oder zurückgezogen. Deine eigene Führungskraft hat die Entwicklung angesprochen und erwartet, dass du gegensteuerst. Du musst entscheiden, wie du mit Leistungseinbruch und Stimmungslage arbeitest.
Du hast kürzlich eine neue Mitarbeiterin für eine zentrale Aufgabe in deiner Einheit gewonnen. Die Position hat direkten Einfluss auf Qualität und Termintreue eurer Leistungen. Fachlich bringt sie erste Grundlagen mit, ist in den konkreten Prozessen und Systemen deines Bereichs jedoch noch unerfahren. Im Gespräch wirkt sie sehr motiviert, stellt viele Fragen und zeigt sich überzeugt, die Aufgabe meistern zu können. Bisher kennt sie dein Team und die internen Abläufe nur aus der Einarbeitungsphase. Du musst festlegen, wie eng du die ersten Schritte begleitest.
Deine Führungskraft erwartet, dass dein Bereich die Gesamtleistung im kommenden Jahr um sieben Prozent steigert. Du hältst dieses Ziel für erreichbar, wenn du dich stärker in Steuerung und Schnittstellenarbeit einbringst. Um Kapazitäten zu schaffen, möchtest du die Entwicklung eines neuen Kostenkontrollsystems an eine erfahrene Mitarbeitende übertragen. Sie hat bereits mehrfach an ähnlichen Systemen mitgearbeitet und kennt die relevanten Datenquellen. Gleichzeitig sagt sie offen, dass sie sich bei einer alleinigen Verantwortung für das Projekt noch etwas unsicher fühlt. Der Zeitrahmen für die Einführung des Systems ist ambitioniert, aber klar definiert.
Deine Führungskraft bittet dich, eine Person in eine unternehmensweite Taskforce zu entsenden. Das Gremium soll innerhalb der nächsten Monate Empfehlungen zur Neugestaltung des Vergütungssystems erarbeiten. Du entscheidest dich für eine sehr leistungsstarke Kollegin, die die Stimmung und Anliegen ihrer Co-Workers zum aktuellen Vergütungssystem gut kennt. In der Vergangenheit hat sie bereits erfolgreich eine interne Taskforce moderiert und Ergebnisse präsentiert. Sie signalisiert dir deutlich, dass sie die neue Aufgabe gern übernehmen möchte. Du überlegst, wie eng du ihre Mitarbeit inhaltlich begleiten willst.
Du leitest einen Ausschuss, der sich regelmäßig trifft, um zu einem klar umrissenen Thema Empfehlungen zu erarbeiten. Wegen einer familiären Erkrankung konntest du die letzten beiden Sitzungen nicht moderieren. Beim nächsten Treffen stellst du fest, dass die Gruppe eigenständig weitergearbeitet hat, gut vorbereitet ist und strukturiert diskutiert. Die Mitglieder beteiligen sich aktiv, bringen eigene Vorschläge ein und sind mit den bisherigen Zwischenergebnissen zufrieden. Die Arbeit verläuft ohne deine direkte Steuerung inhaltlich nachvollziehbar. Du fragst dich, welche Rolle du in den kommenden Sitzungen einnehmen solltest.
Dein Team arbeitet seit längerer Zeit sehr selbstständig und erzielt konstant hervorragende Ergebnisse. Ein kürzlich erreichter Erfolg hat die Motivation zusätzlich gestärkt, und die Zusammenarbeit im Alltag läuft weitgehend reibungslos. Fachliche Fragen klären die Mitarbeitenden häufig direkt untereinander. Nun steht die jährliche Planung an, in der Ziele, Kennzahlen und Prioritäten für das nächste Jahr festgelegt werden sollen. Deine Führungskraft erwartet, dass du diesen Prozess für deinen Bereich steuerst. Du überlegst, wie stark du Ziele vorgibst oder die Gruppe einbindest.
Du und deine Führungskraft seid euch einig, dass euer Bereich seine Arbeitsprozesse grundlegend überarbeiten muss, um langfristig leistungsfähig zu bleiben. Erste Analysen zeigen, dass Schnittstellen, Durchlaufzeiten und Verantwortlichkeiten nicht mehr optimal aufeinander abgestimmt sind. Die Mitarbeitenden äußern Bereitschaft, bestehende Abläufe zu hinterfragen und Neues auszuprobieren. Gleichzeitig sind viele stark spezialisiert und haben nur begrenzt Einblick in vor- und nachgelagerte Prozesse. Der Auftrag lautet, innerhalb der nächsten Monate ein klar beschriebenes Set neuer Arbeitsprozesse zu entwickeln und einzuführen. Du musst entscheiden, wie du diesen Veränderungsprozess anleitest.
Du hast vor kurzem die Leitung eines bestehenden Bereichs übernommen. Seit deinem Start fällt dir auf, dass wesentliche Leistungskennzahlen rückläufig sind und wichtige Meilensteine verspätet erreicht werden. In den letzten Monaten wurden neue Technologien und Tools eingeführt, mit denen das Team noch nicht sicher arbeitet. In Gesprächen zeigen einige Mitarbeitende wenig Interesse daran, sich aktiv in die neuen Systeme einzuarbeiten. Gleichzeitig hast du den Auftrag, die Leistungsfähigkeit des Bereichs zu stabilisieren und zu steigern. Du musst entscheiden, wie klar du Vorgaben machst und wie stark du auf Eigenverantwortung setzt.
Eine noch unerfahrene Mitarbeiterin verantwortet einen Teil der administrativen Dokumentation in deinem Bereich. In den letzten Wochen hast du mehrfach festgestellt, dass ihre Berichte unvollständig oder fehlerhaft sind. Rückfragen von anderen Stellen häufen sich, weil Angaben fehlen oder korrigiert werden müssen. Im Gespräch merkst du, dass sie für diese Art von Aufgabe wenig Motivation zeigt und Schriftarbeit eher als lästige Pflicht betrachtet. Für den Bereich sind die Unterlagen jedoch wichtig, um Anforderungen zu erfüllen und Entscheidungen zu treffen. Du möchtest klären, wie du sie bei dieser Aufgabe führst.